Führung und Excel – Denken nicht mehr nötig…

In den letzten Jahren, die ich in verschiedenen Unternehmen, egal ob Mittelstand oder Konzern, meine Expertise einbringen durfte, fielen mir mehr und mehr Stilblüten auf, die sich durch die Führung von Unternehmen mit Hilfe von Excel-Tabellen herauskristallisieren.

In vielen Unternehmen bekomme ich das Gefühl, dass Excel ein Eigenleben entwickelt. Scharen von Managern und Führungskräften verfallen in blinden Aktionismus, wenn sich eine Zelle in einer Tabelle rot färbt.

Anstatt zum Einen zu hinterfragen, welche Aussagekraft hinter dieser Zahl steckt, werden zum Anderen spontane Aktionismusroutinen, Aktionspläne und Handlungsaufforderungen in den verschiedenen betroffenen Bereichen und Hierarchieebenen verteilt. Meist gepaart mit Aussagen, wie: „Wir müssen unsere Performance im Bereich XY verbessern. Was nimmst du dir vor, um den Forecast zu erreichen?“

Spätestens jetzt sollte man hellhörig werden. Im Mittelalter wurden Menschen dafür verbrannt, wenn sie es wagten einen Forecast zu erstellen!

Heute gilt es als Grundfeste der Betriebswirtschaft, in die Zukunft zu schauen.
Leider geht dabei immer mehr der Blick dafür verloren, wie das Geschäft an der Basis wirklich funktioniert.
Steuerungsinstrumente sind ein wichtiger Bestandteil, um Unternehmen strategisch (langfristig) zu führen.
Da jeder nur noch damit beschäftigt ist seine roten Zellen in der Tabelle wieder grün zu kriegen, wird nicht mehr in Zusammenhängen und Auswirkung gedacht, wenn überhaupt noch gedacht wird…

Auch das Führen von Mitarbeitern im Vertrieb wird in dieser Richtung mehr und mehr durch die Zahlen in den Tabellen bestimmt.

Führung bedeutet heute in vielen Organisationen, dass wenn ich in meinem Team 12 Mitarbeiter habe und 60 Absätze/Abschlüsse zu leisten habe, dass jeder „fünf bringen muss“. Die Ressourcen von Mitarbeitern und Teams werden garnicht mehr wahrgenommen, geschweige denn genutzt. Wer in der Führung alle gleich behandelt, hat Potenziale in seiner Führungskompetenz!

Das Dividieren von 60 durch 12 kriegt meine sechsjährige Tochter bald hin und besitzt damit anscheinend schon alle Vorraussetzungen, um eine erfolgreiche Führungskraft zu werden.

Ein Gedanke zum Schluss:
Was würde eigentlich passieren, wenn Excel für drei Tage, weltweit ausfällt?

Wenn ihr es bis hier hin geschafft habt, freue ich mich über Kommentare.
Euer Hauptstadtcoach®

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